Eine Insel voller Heilpflanzen
In Sri Lanka wächst die Apotheke am Straßenrand. Zimtsträucher, Pfefferranken und Kurkuma gehören hier zum Alltag.
Seit Jahrhunderten nutzen die Menschen auf der Insel Pflanzen für Kochtopf und Gesundheit zugleich. Das Wissen geben Familien und Ärzte von Generation zu Generation weiter. Ayurveda und die einheimische Heilkunde Deshiya Chikitsa sind bis heute Teil des Gesundheitswesens.
Für Reisende bedeutet das: Sie können diese Welt mit allen Sinnen erleben. Sie riechen frisch geschnittene Zimtrinde, probieren Tee direkt an der Plantage und lassen sich in einem Gewürzgarten die Pflanzen erklären. Wir zeigen Ihnen, wo das am besten gelingt.
Echter Zimt kommt aus Sri Lanka
Der Ceylon-Zimt ist der „echte“ Zimt. Er stammt ursprünglich aus Sri Lanka, und die Insel liefert bis heute den größten Teil der Weltproduktion. Schon arabische Händler brachten ihn nach Europa, später kämpften Portugiesen und Niederländer um das Geschäft.
Den Unterschied zum Cassia-Zimt aus dem Supermarkt erkennen Sie an der Stange. Ceylon-Zimt besteht aus vielen dünnen, eng gerollten Rindenschichten und sieht aus wie eine Zigarre. Cassia hat eine dicke Rinde und ist innen hohl. Ceylon-Zimt enthält außerdem nur sehr wenig Cumarin, Cassia dagegen deutlich mehr.
Gewürzgärten bei Matale
Die meisten Gewürzgärten liegen rund um Matale, etwa 26 Kilometer nördlich von Kandy. Ein Besuch passt gut in eine Rundreise durch das Kulturdreieck.
Bei einer Führung sehen Sie Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Muskatnuss, Vanille und Kurkuma an der Pflanze. Die Guides erklären, wie die Küche und die traditionelle Heilkunde die Gewürze verwenden. Kurkuma etwa gilt im Ayurveda als entzündungshemmend, Kardamom-Tee als beruhigend.
Unser Tipp: Die meisten Gärten verkaufen am Ende eigene Öle und Pulver. Kaufen Sie nur, was Sie wirklich wollen. Auf Märkten und in Ayurveda-Shops der Städte sind die Preise oft günstiger.
Heilpflanzen im Alltag
Vieles, was in Sri Lanka auf den Teller kommt, hat auch einen Platz in der traditionellen Heilkunde. Curryblatt, Ingwer, Koriander und Bockshornklee würzen das Essen. Gleichzeitig sind sie Bestandteil vieler Kräutermischungen.
Am deutlichsten wird das am Morgen. In vielen Häusern gibt es Kräutersuppe statt Kaffee, etwa Kola Kenda aus frischen Blättern, Reis und Kokosmilch. Probieren Sie sie, wo immer Sie sie finden.
Wer tiefer einsteigen möchte, besucht einen Kräutergarten in einem Ayurveda-Resort. Dort wachsen die Pflanzen, die Ärzte für Öle und Behandlungen verwenden. Achten Sie darauf, dass ein ausgebildeter Ayurveda-Arzt das Angebot leitet. Das unterscheidet ein echtes Ayurveda-Haus von einem Hotel mit Massageraum.
Ceylon-Tee: vom Hochland in die Tasse
Der Tee kam spät nach Sri Lanka. 1867 legte der Schotte James Taylor auf dem Loolecondera Estate bei Kandy die erste Plantage an, gerade einmal 19 Acres groß. 1873 verließ die erste Lieferung die Insel Richtung London. Bis Ende der 1880er-Jahre hatten die Pflanzer die meisten Kaffeeplantagen auf Tee umgestellt.
Heute unterscheidet Sri Lanka sieben Anbauregionen:
Hochland: Nuwara Eliya, Dimbula, Uda Pussellawa und Uva
Mittlere Lagen: Kandy
Tiefland: Ruhuna und Sabaragamuwa im Süden
Je höher der Tee wächst, desto heller und feiner schmeckt er in der Regel. Tiefland-Tees sind kräftiger und dunkler.
So erleben Sie den Tee am besten: Besuchen Sie eine Teefabrik in Nuwara Eliya und sehen Sie, wie aus dem frischen Blatt schwarzer Tee wird. Die Bahnfahrt durch die Plantagen Richtung Ella gehört zu den schönsten Strecken der Insel. Und übernachten Sie mindestens eine Nacht in einem alten Pflanzerbungalow.
Ihre Reise zur Inselapotheke
Gewürzgarten, Teeplantage und Kräuterküche lassen sich gut in einer Rundreise verbinden. Mit eigenem Fahrer bestimmen Sie das Tempo selbst. Sie halten dort, wo es Sie interessiert, und bleiben so lange, wie Sie möchten.
Die beste Reisezeit für Kandy, das Hochland und den Süden liegt zwischen Dezember und März.
Wir stellen Ihre Route persönlich zusammen, mit Hotels, die wir kennen. Rufen Sie uns an unter 0152-53708107 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.